Erweiterung von Anwendungsgrenzen

Aus Sicht der Mauerwerksindustrie sind gewisse Randbedingungen , welche für das vereinfachte Nachweisverfahren nach DIN EN 1996-3/NA gelten, nicht mehr aktuell und praxisgerecht. Durch veränderte Bauweisen ergeben sich Anforderungen an weit gespanntere Decke oder höhere Mauerwerkswände. Für ausgewählte Randbedingungen könne hier Lösungen angegeben werden.

 

 

Erweiterte Anwendungsgrenzen von DIN EN 1996-3/NA für Ziegelmauerwerk bei weit gespannten, teilaufliegenden Decken

Aus bauphysikalischen gründen werden heutzutage vergrößerte Deckendicken verwendet, welche zu günstigeren Eingangsparametern für die Bemessung der Mauerwerkswände führen. Weiterhin kommen in der Baupraxis immer häufiger mehrfeldrige Decken großer Stützweite zum Einsatz, bei denen die maximal zulässige Deckenspannweite nach DIN EN 1996-3/NA nicht eingehalten ist. Für vorgegebene Randbedingungen und Anwendungsgrenzen wird durch einen systematischen Vergleich zwischen genauerem und vereinfachtem Nachweisverfahren aufgezeigt, bis zu welchen Deckenspannweiten das vereinfachte Nachweisverfahren  verwendet werden kann [1].

 

[1] Graubner, C.-A.; Schmitt, M.; Förster, V.: (2014) Erweiterte Anwendungsgrenzen von DIN EN 1996-3/NA für Ziegelmauerwerk bei weit gespannten, teilaufliegenden Decken, In: Mauerwerk Heft 18 (2014) Heft 6, Verlag Ernst & Sohn, Berlin, 2014. ISSN: 1432-3427 


Erweiterte Anwendungsgrenzen von DIN EN 1996-3/NA für Kalksandsteinmauerwerk

bei großen  Wandhöhen bis 3,60 m

Dieser Forschungsbericht wurde nicht von Michael Schmitt, sondern von Prof. Dr.-Ing. Carl-Alexander Graubner und Valentin Förster erstellt. Da die Ergebnisse jedoch einen hohen Mehrwert für die Bemessung von Mauerwerk aus Kalksandsteinen liefert, wird an dieser Stelle darauf verwiesen.

 

Eine Bemessung nach dem vereinfachten Berechnungsverfahren nach DIN EN 1996-3/NA ist derzeit auf Wandhöhen von 2,75 m begrenzt. Geänderte Anforderungen an moderne Wohngebäude führen heutzutage aber häufig zu größeren Wandhöhen, die bisher bei erheblich höherem Aufwand mit dem genaueren Be-rechnungsverfahren nach DIN EN 1996-1-1/NA bemessen werden mussten.

 

Im Rahmen eines Forschungsvorhabens für den Bundeverband der Kalksandsteinindustrie e.V. wurden am Institut für Massivbau der Technischen Universität Darmstadt von C.-A. Graubner und V. Förster [1] die Anwendungsgrenzen des vereinfachten Berechnungsverfahrens nach DIN EN 1996-3/NA untersucht. Mittels einer systematisch durchgeführten Parameterstudie konnte gezeigt werden, dass für Kalksandsteinwände unter praxisüblichen Randbedingungen und Eingangsparametern eine Bemessung nach dem vereinfachten Berechnungsverfahren auch bei Wandhöhen von bis zu 3,60 m gegenüber den Ergebnissen nach dem genaueren Berechnungsverfahren auf der sicheren Seite liegt. Die maximalen lichten Wandhöhen, für die auch ein vereinfachter Nachweis ausreichend ist, können aus einem Merkblatt entnommen werden. Dieses wird durch den Bundesverband der Kalksandsteinindustrie zum Download bereitgestellt.

 

Merkblatt zu den erweiterten Anwendungsgrenzen des Vereinfachten Nachweisverfahrens für Wände aus Kalksandstein

 

[2]  Graubner, C.-A.; Förster, V.: Erweiterung des vereinfachten Nachweisverfahrens von DIN EN 1996-3/NA für hohe Wände aus Kalksandstein. Forschungsbericht F15-13-2014, Darmstadt 2014